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12:49:53 on Oktober 21, 2008 |
Das erste Mal, als ich von Salt Lake City hörte, war ich circa 12 Jahre alt. Da war ich im Katechumenenunterricht und in der evangelischen Kirche gab es auch eine Pfadfindergruppe, zu der ich jede Woche hinging. Dort haben wir am Lagerfeuer Tee und Suppe gekocht, Schnitzeljagd gemacht und Spiele gespielt.
Bei einem Spiel gab es eine Landkarte von Amerika und darauf war Salt Lake City abgebildet. Keine andere Stadt hatte sich mir eingeprägt, obwohl ich nichts weiter darüber erfuhr.
Als wir dann Verwandte in Elmshorn besuchten, Onkel Max und Tante Metha, (Onkel Max war der Bruder von meiner Oma Marie, also der Mama von meiner Mutter und Tante Metha war die Schwester von meinem Opa Ernst, dem Mann von Oma Marie) bin ich am Sonntagmorgen aufgestanden und bin gegen den Protest der anderen, die lange schlafen wollten, zur Kirche gegangen. Es war damals so, daß man jeden Sonntag zur Kirche gehen sollte und man bekam dann auch einen Stempel in das Anwesenheitsheftchen.
Die Verwandten sagten zu mir: „Dein Pastor sieht doch gar nicht, ob du hier zur Kirche warst und außerdem seid ihr doch hier im Urlaub, sag doch du wüsstest nicht, wo die Kirche sei…” Egal, ich wollte zur Kirche und ging, denn es war mir ein Bedürfnis.
Nach der Konfirmation, da war ich circa 15 Jahre alt, war ich der einzige, der danach noch zur Kirche ging. Das gefiel meinen Eltern nicht, denn sie wollten sonntags lieber lange schlafen und ich habe wohl zuviel Lärm gemacht.
Sie sagten, ich sei doch schon konfirmiert und bräuchte nicht mehr zur Kirche gehen. Nach einer Weile fing das auch an mit Partys und Sonntag morgens in die Kneipe gehen, zum Billardspielen, dann verlagerten sich meine Interessen.
Wir hatten einen Billardpartner „Harry“, mit dem wir oft am Sonntagmorgen spielten. Eines Tages kam er nicht mehr. Nach einem halben Jahr tauchte er wieder auf und rauchte nicht mehr und trug kurze Haare. Er sagte, man dürfe keine Bluttransfusionen machen und dass es ein Harmageddon geben würde.
Das klang interessant und er lud mich zu sich nach Hause ein und da kamen auch zwei Freunde von ihm und die machten mit mir Bibelstudium. Sie zeigten mir anhand der Heiligen Schrift, daß die Kirche vom wahren Glauben abgefallen war.
Über einige Jahre hatte ich Kontakt zu ihnen, aber ich fühlte mich immer unter Druck gesetzt und hatte das Gefühl, dass es bei ihnen nur technisch kühle Argumentation war, ohne Liebe. Also sagte ich ihnen, sie bräuchten mich nicht mehr besuchen.Ungefähr ein halbes Jahr später klingelten zwei junge Herren im Anzug an meiner Tür und sagten irgendetwas von „Jesus Christus“. Ich sagte: „Kommt rein“. Sie stellten sich vor Elder Kelly Cameron und Elder Brian Crandall. Kelly sprach mit einer leisen feinen Stimme (fast wie gehaucht) und erzählte vom Buch Mormon und von dem jungen Joseph Smith.
Ich fühlte tief in mir, dass alles was er sagte die Wahrheit ist. Besonders stark wurde dieses Gefühl, als die beiden Zeugnis ablegten, das war so intensiv, schon fast unangenehm, weil ich eine absolute Macht verspürte, der ich nichts entgegensetzen konnte.
Die Elders besuchten mich viele Male und brachten auch Mitglieder aus der Gemeinde mit Günter E., Karl-Heinz S. und Peter S.. Kelly ging und Mathew Williams kam. Brian ging und Gerald Weixler kam. Sie luden mich immer wieder ein, zur Kirche zu kommen.
Ich wusste zwar, dass das Buch Mormon wahr ist und dass die Missionare eine göttliche Berufung hatten, aber ich erinnerte mich an die Zeugen Jehovas und wollte nicht zu den Versammlungen gehen. Dann luden sie mich zu einer Pfahlkonferenz ein und sagten, dass ein Kirchenführer (Apostel / Siebziger) kommen würde. Der Bischof Jürgen H. und seine Frau Chr. holten mich zuhause ab und dachten über mich: „Was für ein Chaot“.
Die Versammlung war schön, die Lieder auch, aber was mich am meisten
beeindruckte, war, dass nach der Versammlung keiner nach Hause ging, sondern sie gingen aufeinander zu, umarmten sich, freuten sich und standen in Gruppen und redeten miteinander. Und ich dachte: „Was ist denn hier los? Die haben sich ja was zu sagen, die haben Liebe untereinander.“Dadurch reifte in mir der Entschluß, die Gemeinde näher zu untersuchen, denn ich fand die Art des Umgangs miteinander sehr schön. Auf der Rückfahrt fragte ich also, was denn so in der Woche in der Gemeinde stattfinden würde. Montags Familienheimabend, Donnerstags GFV, Freitags JAE, das fand ich gut und wollte hingehen.
Dienstags war FHV, da wollte ich auch hingehen, aber das durfte ich nicht, ich fragte (ein wenig empört): „Wieso nicht?“, Sie sagten, das sei nur für Frauen. Ooops….. Jedenfalls ging ich von da an in alle Versammlungen, die für mich geeignet waren.
Ich lernte viel nette Mitglieder kennen und viele nette Missionare wie Blaine Mickelsen, John Winterholler, Marc Russon und so weiter, zu denen ich ein sehr gutes Verhältnis hatte.
Ich fragte, ob man auch was mit Musik machen könnte und sie luden mich ein, mit nach Düsseldorf zu kommen. Dort fanden die Proben der Gruppe „WIR“ statt und das war ganz nett und seitdem war ich dabei, als einziger Nichtgetaufter.
In der Gruppe hatten wir oft Herausforderungen und lösten sie mit Gebet und Fasten. Das waren schöne geistige Erlebnisse. Nach circa sieben Monaten fühlte ich mich irgendwie komisch, leer, als wenn ich auf der Stelle treten würde. Also blätterte ich in den Schriften und tat, was Joseph Smith getan hatte.
Ich stapelte die Bücher zu einem Turm auf den Tisch, Bibel, Buch Mormon, Lehre und Bündnisse und sprach mein erstes „richtiges“ Gebet. Da sagte eine Stimme zu mir: “Du musst dich taufen lassen!“
Ich war erfüllt vom „Heiligen Geist“ und mir liefen dir Tränen runter und mir wurde klar, dass ich ohne die Taufe keinen weiteren Fortschritt machen könnte. Und außerdem wenn Gott schon so was zu mir sagt, dann muss ich es auch tun.
In der Gruppe „WIR“ hatte ich eine gute Freundin, Dagmar Böhm. Sie sagte mal zu mir: „Wenn du dich taufen lassen möchtest, dann musst du es mir zuerst sagen.“ Also rief ich Dagmar an und sagte es ihr. Sie war überglücklich. Meine letzten Missionare waren Scott E. Nygaard und Neil Craepo. Scott taufte mich im Gemeindehaus in Essen.
Circa 10 Jahre später erfuhr ich einen weiteren bedeutenden Hintergrund von Dagmar. Sie erzählte mir, dass sie sich Sorgen um mich machten und als JAE der Gemeinde Duisburg für mich fasten wollten, damit ich mein Zeugnis erlange und mich taufen lassen würde. Genau zu dem Zeitpunkt hatte ich dann auch mein besonderes geistiges Erlebnis.
Es war sehr schön, das nach so langer Zeit zu erfahren, denn es war wiederum ein Zeugnis für die Macht des Gebets und des Fastens. Und dass wir etwas bewirken können, wenn wir den Segen unseres himmlischen Vaters für unsere Lieben erbitten.
Im Laufe der nächsten Jahre erlebte ich viele heilige Momente, sehr oft
im Zusammenhang mit einem Segen, die mein Zeugnis gestärkt haben.
Ich weiß, dass Joseph Smith ein Prophet Gottes war, dass er die Kirche
Jesu Christi wiederhergestellt hat.Auch heute noch präsidiert ein Prophet Gottes über die Kirche.
Engel stehen uns zur Seite und dienen uns. Die Verstorbenen haben die Möglichkeit, sich an einem besonderen Ort auf die Auferstehung vorzubereiten. Unser Vater im Himmel liebt alle seine Kinder bedingungslos und genauso liebt uns auch Jesus Christus, darum hat er das Sühnopfer für uns vollbracht.